Erdogan hat sich erneut für die Wiedereinführung der Todesstrafe in der Türkei ausgesprochen. "Ich bin kein König. Ich bin nur ein Staatspräsident." Er müsse aber das Volk anhören, und dieses wolle die Todesstrafe. Die EU hat aber gewarnt, dass die Wiedereinführung der Todesstrafe den Abbruch der EU-Beitrittsgespräche zur Folge hätte. Dazu sagte Erdogan: "Nur in Europa gibt es keine Todesstrafe. Ansonsten gibt es sie fast überall". Das behauptete er am Montag in einem ARD-Interview.
Damit sagt Erdogan wie üblich wieder die Unwahrheit, denn es ist genau umgekehrt. Von 198 Ländern gibt es nur noch in 56 die Todesstrafe und die meisten sind entweder moslemische oder kommunistische Länder, ausser USA. Hinrichtungen finden praktisch nur noch in China, Iran, Irak, Saudi-Arabien, Jemen und in den USA statt, in den anderen 56 Ländern steht die Todesstrafe im Strafgesetz, wird aber kaum noch praktiziert.
Erdogan ist ein LÜGNER, aber das wissen wir schon längst. Ausserdem, was soll seine Behauptung, das Volk will die Todesstrafe? Gab es eine Umfrage oder ein Referendum in der Türkei über dieses Thema, von dessen Resultat wir nichts wissen? Gab es nicht, also meint wohl Erdogan, ER sei das Volk und ER will die Todesstrafe.
Von den 78,7 Millione Türken die in der Türkei leben, demonstrierten gerade mal höchstens 30'000 am Samstag auf dem Taksim-Platz, also nur 0,038 % der Bevölkerung und da ist die "Opposition" gegen Erdogan als CHP schon dabei. Wie kann man deshalb behaupten, das Volk will die Todesstrafe???
Erdogan sagte am Samstag, seit dem gescheiterten Putsch seien mehr als 13'000 Menschen festgenommen worden, knapp 6'000 davon seien in Untersuchungshaft. Bereits vorher am 18. Juli hat Erdogan in einem CNN-Interview über diese Gefangenen gesagt: "Das Volk hat die Meinung, diese Terroristen sollten getötet werden. Warum soll ich sie weiter in den Gefängnissen auf Jahre hinaus füttern? Das sagt das Volk!"
Siehe den Artikel des Guardian. Als ich das hörte verschlug es mir die Sprache. Was heisst das? Will er sie alle umbringen, um die Kosten für die Gefangenschaft zu sparen? Deshalb das Verlangen nach der Todesstrafe, um eine Massenexekution durchführen zu können?
Aber so ein Massenmord wäre auch nichts neues, denn die Türken haben 1915 während des Osmanischen Reichs 1,5 Millionen Menschen der christliche Minderheit der Armenier ermordet und dieser Genozid ist in die Geschichte als der Völkermord an den Armeniern eingegangen.
Eine "Säuberung" gab es bereits damals, denn am 25. Februar 1915 hat der Generalstab der osmanischen Armee die Direktive Nr. 8682 von Enver Pascha über eine "verstärkte Sicherheit und Vorsicht" an alle Armeeeinheiten gesandt, indem die Entfernung aller ethischen Armenier aus den Reihen der Armee befohlen wurde.
Der Befehl zur Säuberung wurde von Enver Pascha mit der Behauptung begründet, "er hätte Angst, sie (die Armenier) würden mit den Russen kollaborieren". Diese Entfernung der armenischen Soldaten aus der osmanischen Armee war ein wichtiger Schritt in dem darauf folgenden Völkermord. Sie wurden zusammengetrieben und ihn massen exekutiert.
Wir sehen, was sich heute in der Türkei ereignet, diese übertriebene Panikmache durch die Staatsführung über einen inneren Feind in den eigenen Reihen, der ausgesondert und ausgemerzt werden muss, ist bereits vor 100 Jahren passiert. Damals waren es die Armenier, heute sind es die sogenannten Gülen-Anhänger, aber auch die Kurden und andere Minderheiten.
Wenn man sich die Aussagen von damals anhört, dann klingt es wie heute. Denn bis 1914 hatte das osmanische Regime bereits die Propaganda-Kampagne gestartet, die Armenier die im Osmanischen Reich lebten, würden eine Bedrohung der Sicherheit des Reichs darstellen. Um das ungeheuerliche Verbrechen zu rechtfertigen, wurde das Propagandamaterial in Konstantinopel gründlich vorbereitet.
Istanbul heisst die Stadt erst international anerkannt seit 1930. Gegründet wurde die Stadt 660 v. Chr. unter dem Namen Byzantion. Am 11. Mai 330 n. Chr. machte der römische Kaiser Konstantin der Grosse sie zu seiner Hauptresidenz und deshalb der Name Konstantinopel, der 1600 Jahre lang galt!
Im Propagandamaterial stand zum Beispiel: "Die Armenier sind im Bündnis mit dem Feind. Sie werden einen Aufstand in Istanbul in Gang setzen, die Führung der Ittihadisten (eine radikal islamische Partei) töten und werden erfolgreich die Strasse der Dardanellen öffnen", für die alliierten Streitkräfte.
In der Nacht vom 23. auf den 24. April 1915, bekannt als "Roter Sonntag" unter den Armeniern, hat das osmanische Regime ungefähr 250 armenische Intellektuelle und Gemeindeanführer in Konstantinopel eingesammelt und eingesperrt und dann später in ein Konzentrationslager nach Ankara gebracht.
Nach der Verabschiedung der Tehcir-Gesetz am 29. Mai 1915, wurde die Führung der Armenier schrittweise deportiert und ermordet. Das Datum 24. April ist deshalb für die Armenier weltweit der Gedenktag an den Genozid.
Das Tehcir-Gesetz oder Deportationsgesetz war ein am 27. Mai 1915 vom Parlament des Osmanischen Reiches verabschiedetes provisorisches Gesetz, das zur Deportation der armenischen Bevölkerung bevollmächtigte. Die Umsiedlungskampagne führte zum Tod von 1,5 Millionen Zivilisten und wird allgemein als Völkermord an den Armeniern bezeichnet. Das Gesetz trat offiziell am 1. Juni 1915 in Kraft und galt bis zum 8. Februar 1916.
Um die Worte von Erdogan richtig zu stellen: "Ich bin kein König. Ich bin auch kein Staatspräsident mehr. Ich bin jetzt der Sultan des neuen Osmanischen Reichs, der neue Pascha!".
So sah das armenische Quartier von Adana 1909 nach dem Massaker aus, wobei 15'000 bis 30'000 Armenier durch Soldaten des Osmanischen Reichs ermordet wurden. Gibt es einen Unterschied zu den Städten und Dörfern der Kurden in der Türkei, die jetzt zerbombt werden?
Irgendwie haben die Türken, welche die radikal islamische Ideologie in sich haben und den Gottesstaat wollen, immer schon einen Hang zur Gewalt gegen andere Religionen, gegen Minderheiten und Andersdenkende und zum Morden! Deshalb das Verlangen nach der Todesstrafe?
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